"Nacht zu Worms"

Dorfkirche Wildenbruch
Samstag, 8.Juli 2017
19.00 Uhr

Worms, April 1521. Kaiser Karl V. durchlebt die einsamsten Stunden seines Lebens. Ein kleiner Mönch hat es gewagt, ihm auf dem Reichstag entgegenzutreten und hat ihm die Grenzen seiner Macht und die Vergänglichkeit des Reiches aufgezeigt, ohne Schwert und ohne Armee. Allein mit sich zieht Karl Bilanz und lässt den Blick schweifen über sein Europa. Der Kontinent ist in Aufruhr, bedroht von Zerfall, endlosen Kriegen und den Türken, die bereits Konstantinopel unter ihr Banner gezwungen haben. Jetzt rücken sie auf Wien vor.
Von innen droht dem Reich noch größere Gefahr. Die alte Ordnung ist ausgehöhlt. Papst und Klerus reißen die Kirche immer tiefer in einen Strudel aus Verschwendung und Habgier. Karls Reich ist eine Welt ohne Werte. Seine Untertanen sehnen sich nach geistiger Führung. Und nun legt ein Mönch aus Wittenberg die Hand genau in diese Wunde.

Karl V. muss eine Entscheidung treffen. Lässt er Luther gewähren, ist der Bruch mit Rom nicht zu verhindern. Verhängt er den Reichsbann, erschafft er in dem Augustiner einen Märtyrer; die Folgen wären unabsehbar. Das Schicksal des Abendlands hängt am seidenen Faden.

Der Herrscher wählt einen dritten Weg. Kühn und zukunftsweisend, wenn von Erfolg gekrönt, gefährlich und unumkehrbar, wenn er misslingt. Karl ersinnt einen unerhörten Plan, der die Geschichte der Welt für immer prägen wird.

Autor und Schauspieler Christian Schramm verbindet geschichtliche Fakten und erzählerische Freiheit zu einem fesselnden Drama. Es lässt uns Luther, seine Zeit und seine historische Leistung aus Sicht seines größten Gegenspielers Kaiser Karl V. verstehen. Das Stück erlaubt uns gleichzeitig einen Blick durch die Augen des Kaisers auf unsere Welt von heute, geprägt von Säkularisierung, bedroht durch den Verlust von Werten, Glauben und Gottvertrauen und der Radikalisierung weiter Bevölkerungsteile. Die Wertediskussion innerhalb der europäischen Gemeinschaft sowie das Vordringen des Islam machen die Parallelen zu Luthers Zeit endgültig unübersehbar.

Die Nacht zu Worms hat Konsequenzen. Die Lösung, die Karl findet ist unbequem. Sie erfordert nicht weniger als eine Reformation.
Christian Schramm wurde 1966 in Köln geboren. Er studierte Schauspiel in Wien und London und arbeitete viele Jahre an deutschen Theatern. Seit 1994 lebt er in Berlin und Potsdam und schreibt als Autor und Schriftsteller für Bühne, Film und Fernsehen.

weitere Informationen, Kontakt und Termine finden Sie unter:

www.schramm-potsdam.de